Wir hatten als Staat aus unserer heutigen Sicht wohl ein gespaltenes Verhältnis zur Umwelt. Die Braunkohlekraftwerke sind große Dreckschleudern gewesen und wenn ich mit dem Zug nach Dresden zur Uni gefahren bin, wußte man genau wann Coswig kam. Wir haben hier ein paar kleine Bäche und die wurden erbarmungslos mit dem Abwasser der ansässigen kleinen Industrien traktiert. Die Kläranlagen waren teilweise hofflungslos unterdimensioniert. (Heute ist hier erstaunlicherweise das Gegenteil der Fall). Man könnte dies sicher fortsetzen ohne Ende. Aber es gab auch gute Ansätze, jedenfalls aus meiner Sicht.
Mehrmals im Jahr wurden die Schulen mobilisiert und dann wurden Altpapier und Flaschen gesammelt. Das Sammelgut wurde in die Altstoffannahme gebracht und das Geld dafür kam in die Klassenkasse. Natürlich machten sich viele Kinder und auch ein paar Erwachsene ein paar Mark nebenbei, indem sie selbst sammelten und dann bei SERO (Sekundärrohstofferfassungsstelle) abgaben. Natürlich waren grade bei Papier nicht solche Wahnsinnsmengen im Umlauf. Es gab wenige Illustrierte und eigentlich hat es uns nicht geschadet, daß wir nicht wußten, was das Schlagersternchen XYZ für Liebeskummer hat , welche Garderobe Jackie Kennedy beim letzten Empfang getragen hat und welcher Tennisstar sich wieder mit welchem Model in der Besenkammer versteckt hat.
Ich glaube, dadurch haben viele Bäume ein längeres Leben gehabt.