Alttagsproble mit dem PC, Erlebnisse bei der Arbeit auf dem Markt
Aus dem Vietnamblog
Auf der Intensivstation wurde unsere Freundin gleich an den Tropf gehängt. Ich fühlte mich in tiefste DDR Zeiten rückversetzt, als ich sah, wie die Kanüle gelegt wurde. Die Kanüle wurde wie früher gelegt und unsere Kranke durfte den Arm nicht mehr bewegen.
Wir entschieden uns dann draußen auf dem Gang zu warten. Eine Vietnamesin mit 2 kleinen Kindern saß weinend auf dem Boden vor der Station. Nach unsere Frage erklärte der Dolmetscher, daß ihr Mann krank auf der Intensiven lag, aber nicht behandelt würde. Erst müßten 100000 Dong bezahlt werden. Das sind etwa 5€. Das Geld hatte die Familie nicht. Wir haben der Frau umgerechnet etwa 35 € in den Schoß gelegt. Sie ist sofort los, um zu bezahlen. Aber es war schon zu spät.
Ihr Mann ist gestorben.
Bei uns hier in Deutschland könnte das bei unserer Gesundheitspolitik leider auch passieren. Wer keine Krankenversicherung hat ( und davon gibt es einige), der hat fast die gleichen Probleme.
Jedenfalls mußte unsere Freundin über Nacht im Krankenhaus bleiben. Ihr wurde ein Zimmer zugewiesen in dem auch ihr Mann mit übernachten konnte. In dem Zimmer war eine separate Toilette. Als ich mir die Hände dort gewaschen habe, hatte ich plötzlich nasse Füße. Aber die Toilette war wenigstens angeschlossen.
Unsere Freundin war sicherlich eine der ersten Ausländerinnen in diesem Krankenhaus. Ständig hatte sie Besuch von Vietnamesen, die nur mal schnell "den Kopf durch die Tür gesteckt haben. Die Schwestern kümmerten sich rührend um sie. Besonders eine junge Ärztin mit Englischkenntnissen fragte immer nach, ob alles in Ordnung sei. Und auch das sei gesagt, - als wir uns mit einem kleinen Präsent bedanken wollten, wurde dies von ihr abgelehnt. Sie habe nur ihre Arbeit getan. Aber dies war eine Ausnahme.
Am anderen Tag konnte unsere Freundin schon wieder entlassen werden, zwar noch etwas wacklig auf den Beinen, aber fieberfrei und bei einem einigermaßen stabilen Befinden. Wie sich später herausstellte, hatte sie viel zu wenig getrunken. Der Elektrolythaushalt des Körpers war total aus den Gleisen. Wie uns gesagt wurde, gibt es dabei einen Punkt ohne Wiederkehr. Man muß allerdings dazu wissen, daß man durch den leichten Wind der zu unserer Zeit immer präsent war, den Durst irgenwie nicht gespürt hat. Wir hatten unsere Lehren daraus gezogen und sind nur noch mit Wasserflaschen unterwegs gewesen.