Alttagsproble mit dem PC, Erlebnisse bei der Arbeit auf dem Markt
Für uns hier aus Weißensee hatte der Unterricht noch eine Besonderheit. Damals wußte ich das nicht zu schätzen, aber aus heutiger Sicht war es einzigartig. Ich bin noch in die Runneburg in Weißensee zur Schule gegangen. Und ehe ich einen Aufschrei derjenigen höre, die die Burg kennen: Ich bin wirklich noch in den Räumen der richtigen Burg unterrichtet worden, teilweise waren wir sogar noch im Turm. Sogar damals schon hatte die Burg für uns als Schulkinder viele Geheimnisse zu bieten. Wir haben gerätselt, ob es einen unterirdischen Gang gäbe, ob vielleicht irgendwo ein Schatz vergraben war usw.. Seltsamerweise hat keiner von uns an ein Burggespenst geglaubt. Vielleicht lag das an der "materialistischen Erziehung". Wenn es eins gibt, dann wirds wohl Zeit, daß es sich mal meldet und den Querelen, die zur Zeit wegen der Burg bestehen ein Ende setzt.
Zu meiner Zeit gab es da noch ein Milchhäuschen. Dort konnten wir Schüler für einen Betrag von 20 o. 25 Pf. einen viertel Liter Milch oder Kakao bekommen. Für einen Betrag von 2 oder 3 Mark die Woche konnte auch jedes Kind an der Schulspeisung teilnehmen. Ab 3.Kind war sie glaube ich generell frei.
Montags war meistens Appell. Da hieß es für alle Klassen Angetreten und Stillgestanden. Es wurden Fahnen gehisst und die verflossene Woche ausgewertet. Wer von den Schülern sich besonders hervorgetan hatte, mußte vor die versammelte Mannschaft treten. da wurden Auszeichnungen verteilt oder auch mal einer abgekanzelt.
Ja und dann hatten wir den Aufklärungsunterricht in der 6. Klasse in Biologie. Unser Bio-Lehrer war schon Klasse. Ohne mit der Wimper zu zucken, hat er alle Fragen beantwortet. Und er hat nicht versucht, uns die Sache anhand der Bienchen zu erklären. Wir hatten ja keine Bravo und kein Dr. Sommer-Team. In der Beziehung sehe ich meine 10jährige Tochter kurz nach der Wende mit ihrer ersten Bravo voe mir stehen und fragen: Mutti, was ist Anal-Verkehr?
Mit ca. 14 Jahren wurde man in die FDJ aufgenommen. Man bekam eine blaue Bluse mit einem FDJ Aufnäher, die man bei bestimmten Anlässen zu tragen hatte. Ungefähr gleichzeitig begannen die Jugenweihevorbereitungen. Für viele von uns war dabei der Besuch des KZ Buchenwald ein tief gehendes Erlebnis. So ein Besichtigung sollte vielleicht obligatorisch für Schüler eines bestimmten Alters sein. Wir haben noch den schwarz-weiß Film gesehen, der viel von dem furchtbaren Geschehen aus der NS-Zeit dokumentierte. Meines Wissens wird dieser heutzutage nicht mehr gezeigt. Als wir die Vorführung verlassen haben, waren die Meisten sehr blass und zutiefst erschüttert.