Ja, nachdem mir nun am schönen Sonntagnachmittag beim Kaffee trinken im Familienkreis auf der Terrasse mein schöner Plastikstuhl unter mir zusammengebrochen ist, hatte ich erst mal die Nase voll. Ganz abgesehen davon, daß mir nach dem Sturz alle Knochen einzeln wehtun ( wußte gar nicht, wie viele ich doch habe) liesen sich die blauen Flecken ja noch verschmerzen.
Größere Dellen in meinem Leben verpassen mir jetzt einige meiner Lieben. Wenn mich die Kollegen verärgert haben, dann stecke ich das nach ein paar Tagen in die Elschen-Kiste. Bei allen, die ich liebe, tuts leider länger weh.
Ich habe so den Eindruck, als werde ich langsam Weltmeister im Fettnäpfen springen. Ob ich abends am PC sitze oder meiner Arbeit nachgehe, ob ich mit meinen Kunden und Kollegen höflich und zivilisiert umgehe, nichts scheint richtig zu sein. Je älter ich werde, umso mehr scheinen meine kommunikativen Fähigkeiten auf der Strecke zu bleiben, oder ich habe eine neue Form von Alzheimer, die sich darin äußert, daß die selbstverständlichsten Dinge, die ich bei manchen Handlungen einfach voraussetze, für den Rest der Welt großangelegte Besprechungsgrundlagen mit Krisenmanagement sind. Na ja, da habe ich mich erst einmal eine Weile in die Ecke gesetzt und getrotzt. Aber leider bringt das nichts. Da ja sowieso alle anderen immer den richtigen Standpunkt vertreten und damit auf einem felsenfesten Grund stehen, und ich keine Lust mehr habe, vorsichtig nachzufragen, was für ein verbales Verbrechen mir wohl wieder unterlaufen sein könnte, muß ichs halt nehmen, wie es kommt. Leider fehlt mir das Selbstvertrauen, das Fehler im zuerst bei den Anderen sucht. Vielleicht sollte ich versuchen es mir anzutrainieren.